09.03.2020

„Bei forum/proviel macht die Arbeit Spaß!“

Einblicke in unsere Außenarbeitsplätze; hier: Jörg Hohenwald berichtet als Teilnehmer der Maßnahme Train2beplus

Jörg Hohenwald hat viel von der Welt gesehen. Jahrelang war er als Lkw-Fahrer in ganz Europa unterwegs. „Bis Irkutsk in Sibirien – dorthin habe ich Schalttafeln für einen Staudamm geliefert“, erzählt er. Oder er fuhr mal eben runter nach Spanien. Vier Stunden fahren, Pause, vier Stunden fahren, schlafen. Bequem sei das Bett im Lastwagen gewesen, erzählt er. Nur der Wechsel zwischen tagsüber und nachts am Steuer sitzen sei anstrengend gewesen. Manchmal habe er jedoch auch Glück gehabt: So musste er einmal tagelang auf die Ware warten, die er abholen sollte. Also genoss er die Zeit am nahe gelegenen Strand. Allerdings sei der Termindruck im Laufe der Jahre immer mehr gestiegen.

Das führte dazu, dass sich irgendwann immer mehr Punkte auf seinem Konto in Flensburg ansammelten und er seinen Führerschein abgeben musste. Um ihn wiederzubekommen, fehlte ihm jedoch das Geld für den MPU-Test. „Deshalb war ich fünf Jahre lang arbeitslos“, erzählt Jörg Hohenwald. Auch seinen ursprünglichen Beruf als Schreiner kann er ohne Führerschein nicht ausüben. Schließlich muss ein Schreiner viele sperrige Dinge transportieren.

Direkt nach der achten Klasse hatte Jörg Hohenwald seine Schreinerlehrer begonnen und schnell abgeschlossen. Sein Vater hatte eine Tischlerei und so packte der Sohn mit an. „Wir haben alles gemacht: Fenster und Türen erneuert, Böden verlegt, Möbel gebaut“, erinnert sich der 55-Jährige. Ein Spezialauftrag waren Rohrschellen für ein Atomkraftwerk in Brasilien. „Da standen wir jeden Tag bis spätabends an der Drehbank.“ Nach dem Tod des Vaters war ihm das Risiko bei der Übernahme der Tischlerei zu groß. „Da hätte ich so viel erneuern und einen Riesen-Kredit aufnehmen müssen.“ Deshalb wechselte der junge Mann zum Lkw.

Auch als Hobby widmet er sich gerne Lastwagen: beim Modellbau. Ebenso baut er Schiffe, Flugzeuge und Panzer. Viele davon stehen bei ihm zu Hause, etliche hat der Schalke-Fan verkauft, um Platz zu schaffen.

Seit eineinhalb Jahren arbeitet Jörg Hohenwald jetzt im Auftrag des Jobcenters Wuppertal bei forum/proviel. „Es macht Spaß hier“, findet er. Innerhalb der Qualifizierungsmaßnahme Train2be, die Ihn auf die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, kam er bald in die Firma P. Hermann Jung zum Praktikum. Hier prägt er die Maurerkellen und etikettiert sie. Nach drei Monaten Praktikum wechselte er in die Maßnahme Train2beplus und so besteht weiterhing die Möglichkeit der passgenauen Erprobung. „Mit den Anleitern von forum kann man immer gut reden“, lobt er. Und „dank der Begleitung der Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung und meines Jobcoaches komme ich gut voran!“ So bald wie möglich hofft er auf einen festen Arbeitsplatz in der Metallindustrie. Sein großes Ziel: Geld verdienen, um seinen Führerschein wiederzubekommen. „Am liebsten würde ich wieder Lkw fahren – das würde mir Spaß machen!“