03.09.2018

Junior Uni: Große Forscher – kleine Kittel

Die Wuppertaler Kinder- und Jugend-Universität für das Bergische Land gGmbH – kurz Junior Uni – ist deutschlandweit einmalig. In den inzwischen zehn Jahren ihres Bestehens hat die Einrichtung mehr als 60.000 Kursplätze an Studentinnen und Studenten zwischen vier und 20 Jahren vergeben, fast genauso viele Wartelistenplätze konnten nicht abgearbeitet werden. Die Junior Uni ist ein anerkannter außerschulischer Lernort wissenschaftlich-praktischer Bildung. Damit die jungen Forscher und Entdecker immer im richtigen Outfit ans Werk gehen, übernimmt proviel mit der Abteilung Hauswirtschaft das Waschen und Bügeln der Studenten-Kittel.

Forscherbrille, Studentenausweis und der weiße Kittel – diese drei Utensilien sind für die vier- bis 20-jährigen besonders wichtig. Erst damit ist man als Teilnehmer optimal ausgerüstet, um sich in neue Forscher- und Entdecker-Abenteuer zu stürzen und in einem der fünf Fachbereiche mitzuwirken. Jede und jeder kann mitmachen, ganz ohne Aufnahmeprüfung oder Zeugnis. Bei den Kursen kann es dann schon mal recht bunt zugehen, etwa in der “Farbenküche“, im Chemie-Labor bei der „Schönen Wissenschaft“ und natürlich auch bei „Mach´s bunt – fertig ist der Lack“.  

Die Junior Uni, 2008 von Prof. Dr. h.c. Ernst-Andreas Ziegler ins Leben gerufen und seit Ende 2013 auf dem eigenen Campus am Brögel beheimatet, wird nur privat ohne Steuergelder finanziert und lebt von großherzigen Mäzenen und Stiftungen, dem Gesamtwohl der Gesellschaft verpflichteten Unternehmern, ihrem Förderverein unter Vorsitz von Dr. h.c. Peter Vaupel und zahllosen Einzelspendern. Dr. Ariane Staab ist bereits seit 2009 an der Junior Uni tätig und arbeitet heute als Geschäftsführerin: „Kein Talent darf verloren gehen! Das ist unser Ziel, darum erweitern wir das Angebot kontinuierlich und sind dennoch meistens schnell ausgebucht.“ Bereits bei den ganz jungen Teilnehmern werden Grundkenntnisse in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen vermittelt, auf die die Studenten später thematisch in den immer stärker differenzierten Kursen aufbauen können.

„Kein Talent darf verloren gehen!“

„Rotkohl, Spinat, Erde vom Wupperufer und andere Forscherutensilien hinterlassen bei den Experimenten ihre durchaus deutlichen Spuren auf den kleinen Kitteln“, wie Karin Röhrich, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, weiß. Bis vor einiger Zeit wurden die Forscher-Kittel in der Junior Uni selbst gewaschen, diese Aufgabe übernimmt inzwischen proviel. Damit alles für die nächsten Teilnehmer wieder in Bestform ist, holt proviel die Kleidungsstücke ab und bringt sie in die hauseigene Wäscherei in die Milchstraße.

Hier warten Waschmaschinen, Wasser und eine große Expertise auf die Kittel. „Natürlich ist der sparsame Umgang mit allen Ressourcen dabei für uns wichtig und oberstes Gebot“, unterstreicht proviel-Betriebsleiter Dirk Bauer die ökologischen Anstrengungen des Unternehmens. Dank moderner Photovoltaiksysteme produziert proviel beispielsweise standortübergreifend rund 300 kW Strom, der vor allem zum Betrieb der eigenen Maschinen eingesetzt wird.

Wenig Chemie – viel Wirkung

Das Team der Werkstatt für Menschen mit psychischem Handicap zählt in der Abteilung Hauswirtschaft rund 50 Köpfe – und die kennen sich auch mit der Bearbeitung hartnäckiger Fälle aus. Nach entsprechender Vorsortierung heißt es für die Kittel: „Ab in die Waschmaschinen!“. Aber welches Mittel für welchen Zweck? Die Beantwortung dieser Frage übernimmt der Dosiercomputer und mischt aus den unterschiedlichen Reinigungsmitteln eine wirkungsvolle Kombination.

„Wenig Chemie, viel Wirkung – das ist unser Ziel“, betont Abteilungsleiterin Barbara Kissau-Niebling. Besonders hartnäckige Flecken bleiben dabei erhalten und verleihen den Kittel einen individuellen und authentischen Charakter, „das gehört so!“. Nach dem Trocknen werden die kleinen Kittel in Bestform gebracht, das geschieht im großen Tunnelfinisher. Auf Kleiderbügeln treten die Textilien ihre Reise an einem Transportband an und kommen nach wenigen Minuten, mit Heißluft und Dampf in Form gebracht, wieder ans Tageslicht – fertig zur Auslieferung an die Junior Uni und bereit für neue, aufregende Experimente.