14.07.2021

„Mir ist es wichtig, den Menschen mit einem Lächeln und auf Augenhöhe zu begegnen.“

Vom Handwerk ins Soziale

Bei -16 oder +34 Grad aufs Dach, acht Stunden harte körperliche Arbeit – als Dachdecker war Oliver Rahm den Elementen ausgeliefert. Trotzdem mochte er den Beruf sehr. Er bildete sich weiter zum Blechner, Kaminbauer und hatte die Zulassung für Kirchentürme. „Daran zu arbeiten war immer besonders spannend“, denkt er gerne zurück. Die Handwerkerehre, gute Arbeit abzuliefern und zuverlässig Termine einzuhalten, war ihm wichtig. Auch deshalb leitete er bald Kolonnen – etwa in den 90er Jahren beim Bau der Elberfelder Rathaus Galerie. Eine Kolonne mit rund 30 englischen Gesellen erforderte da auch soziales Geschick, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Die schwere Arbeit hinterließ allerdings körperlich Spuren. Wegen Problemen mit den Rückenwirbeln musste Oliver Rahm umschulen. Mit viel Einsatz gegenüber der LVA erreichte er 1999, dass ihm die Umschulung zum Ergotherapeuten genehmigt wurde. Das Arbeitsfeld hatte er nach einem schweren Motorradunfall positiv erlebt. Nach der Ausbildung bei der Westfalen-Akademie und zwei Praktika beim Alpha e.V. in Wuppertal begann er 2002 bei der Bergischen Diakonie Aprath. Im ersten Moment bedeutete es eine Umstellung für ihn, statt auf pragmatische und lösungsorientierte Handwerker auf Menschen zu treffen, die gerne alles etwas detaillierter diskutieren. Doch bald schätzte er die vielseitige Tätigkeit – insbesondere, als er in Velbert einen neuen Standort im Bereich der psychiatrischen Grundversorgung mit aufbauen konnte.

2013 wechselte er zu proviel. Nach kurzer Zeit als Fachkraft in der Farbmühle übernahm er 2014 die Leitung von promotive. Dort erledigen bis zu 120 Mitarbeiter unter der Anleitung ihrer Fachkräfte die unterschiedlichsten Arbeiten: Sie konfektionieren, montieren Schlösser oder bauen für die Automobilindustrie Teile zusammen. „Mir ist es wichtig, den Menschen mit einem Lächeln und auf Augenhöhe zu begegnen“, betont der 54-Jährige. Die Menschen sollen gerne in die Abteilung zur Arbeit kommen. Die Mitarbeiter*innen können unter verschiedenen Arbeiten von einfach bis komplex wählen. Jeder soll jeden Tag den für ihn passenden Platz finden. Neben einigen Menschen aus den Werkstätten kommen viele Menschen über die Jobcenter-Maßnahmen Train2be zu promotive. „Wir finden mit den Menschen gemeinsam heraus, wie ihre Ausrichtung und Eignung für den ersten Arbeitsmarkt ist“, erklärt Oliver Rahm. Er sieht sich als Berater und Begleiter seiner Mitarbeiter*innen. „Wer Erfolg und Spaß bei der Arbeit hat, stabilisiert sich hierdurch schon ein Stück weit und hat somit mehr Freude am Leben“, lautet seine Überzeugung.

Dateianlagen:
 19_Oliver_Rahm.pdf (224 KB )

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