09.05.2017

proviel mobil: Einsatzort Kunde

Mit dem neuen Pilotprojekt „proviel mobil“ startet proviel, die Werkstatt für Menschen mit psychischem Handicap, in diesen Tagen ein neues Dienstleistungsangebot für Unternehmen. Als bekannter Industriedienstleister für derzeit mehr als 80 Unternehmen in der Region wickelt proviel jährlich rund 7.500 Aufträge ab. Mit „proviel mobil“ geht jetzt ein zusätzliches Angebot an den Start, das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Möglichkeiten, Perspektiven und Wege der Inklusion eröffnet und für Unternehmen eine flexible, temporäre Lösung darstellt.

Für die acht provieler, die am Montag in der Offset Company ihren Arbeitstag begannen, war vieles neu. Statt am Arrenberg oder in der Farbmühle zu arbeiten, fuhr das Team in die Druckerei und unterstützte bei der Bearbeitung eines Auftrags in der Druckweiterverarbeitung vor Ort im Betrieb. „Das ist nicht nur für den Auftraggeber eine Möglichkeit, um flexibel auf Kundenanforderungen zu reagieren, sondern gibt vor allem unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine hervorragende Chance, wirklich in ein Unternehmen hinein zu schnuppern und zu spüren, wie sich ein Tag außerhalb der gewohnten Umgebung anfühlt.“ Die mit „proviel mobil“ entwickelte Form ist dabei eine einfache und barrierefreie Möglichkeit dies zu tun. Yesim Fischer, Abteilungsleiterin Inklusion bei proviel, verspricht sich deshalb dadurch vor allem wertvolle Impulse für die Mitarbeiter, die so „auf eine neue Art noch mehr Vertrauen in die eigenen Leistungskompetenzen gewinnen können“.

Mitarbeiter stärken durch Perspektivenwechsel

Betriebsintegrierte Arbeitsplätze sind nichts Neues für proviel, zahlreiche Mitarbeiter gehen ihrer Tätigkeit dauerhaft bei verschiedenen Partnern der Werkstatt nach. Ganz bewusst temporär angelegt ist dahingegen „proviel mobil“, das zum „offenen“ Ausprobieren für beide Seiten angedacht ist. „Unternehmen können proviel erleben. Und unsere provieler werden dadurch nicht nur wirtschaftsnah qualifiziert, sondern lernen – in einem überschaubaren Rahmen und zeitlich begrenzt – ein neues Arbeitsumfeld kennen“, schildert proviel-Geschäftsführer Christoph Nieder die Zielsetzung. „Nicht zuletzt hilft uns proviel mobil, um damit ganz konkret die persönlichen Entwicklungsperspektiven für jeden in unserem Team zu identifizieren.“ Gleichzeitig entsteht automatisch ein Stück gelebte Inklusion.

Von der „verlängerten Werkbank“ hat sich proviel innerhalb der vergangenen 20 Jahre zum wegweisenden Dienstleister mit vorbildlicher Integration entwickelt. Produktion und Service sowie Fertigung und Zulieferdienste sind die ausgebauten Kernkompetenzen der Werkstatt. Alle provieler werden an den zwei modernen Standorten am Arrenberg und in Unterbarmen sowie im CAP-Frischemarkt bestmöglich für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Sie arbeiten in Teams unter anderem in der Montage, in der Metallbe- und verarbeitung sowie in der Kontrolle und Prüfung von Produkten, vielfach für bekannte Unternehmen aus der Region.  

Wie an den eigenen Standorten, wird auch das Team bei „proviel mobil“ von qualifiziertem Fachpersonal aus dem Feld der Arbeits- und Berufsförderung detailliert angeleitet und begleitet. „So können wir unseren hohen Qualitätsanspruch auch im Unternehmen vor Ort einlösen und zudem natürlich bestens dafür Sorge tragen, dass jeder entsprechend seiner Möglichkeiten gefördert wird“, verdeutlicht Yesim Fischer.

Arbeitsnahes ausprobieren – für alle Beteiligten

Die Offset Company zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des gemeinsam aufgelegten Pilotprojekts. „Viele helfende Hände und engagierte Menschen haben uns dabei unterstützt, einen großen Auftrag termingerecht fertigzustellen“, zieht Druckerei-Geschäftsführer Hans Brüne ein zufriedenes erstes Fazit. Seine Belegschaft habe die Ergänzung durch „proviel mobil“ als positives neues Arbeitserlebnis empfunden, „das Miteinander war spürbar und hat auch unseren Mitarbeitern wertvolle Impulse gegeben.“ Eine Wiederholung ist bereits geplant.

„Die niederschwellige Möglichkeit zum Ausprobieren neuer Aufgaben und der leichte Zugang zu neuen Tätigkeiten tragen ungemein zur persönlichen Stärkung unserer Mitarbeiter bei.“ Christoph Nieder und Yesim Fischer sind gespannt, wie sich „proviel mobil“ entwickeln wird und freuen sich auf weitere Kooperationspartner, die das Angebot nutzen. „Die ersten Gespräche mit potenziellen Auftraggebern verliefen positiv, einige Anfragen liegen bereits vor“, so Fischer. „Und wenn die Rahmenbedingungen im Sinne unserer Mitarbeiter stimmen, dann kann proviel mobil für viele provieler der sprichwörtliche rote Teppich auf dem Weg zu neuen Herausforderungen werden.“

Interessierte Unternehmen, die neugierig auf „proviel mobil“ sind, erhalten weitere Informationen bei Yesim Fischer (Abteilungsleiterin Inklusion) per Mail y.fischer@forum-ev.eu